..Leviathan..

..als Christine..

Nach der gewaltsamen Befreiung von Andreas Baader und dem ungeplanten Sprung aus dem Fenster versteckt sich Ulrike Meinhof für einige Tage – nicht nur vor der Polizei, auch vor den eigenen Genossen. Sie will Abstand zum nachdenken und entscheiden. Diesen Moment, an dem die Geschichte für einen Augenblick still steht, nimmt Dea Loher und thematisiert eindringlich die Fragen nach Selbstbestimmung und politischem Handeln. Wieviel Radikalität erfordert der aufrechte Gang? Wer oder was ist zu opfern im Dienste der Gerechtigkeit und für die Durchsetzung politischer Visionen? Was bedeutet und beinhaltet konsequentes Handeln und was scheidet es aus? Welche Opfer kann und darf man für Ideen und Ideologien bringen, welche nicht? Beinhaltet Kompromissbereitschaft Schwäche? Kann man, indem man für die abstrakte Menschheit kämpft, gegen reale Menschen handeln?

Dea Loher hat kein historisches oder dokumentarisches Drama über das Phänomen »RAF« geschrieben. Die Biographie Ulrike Meinhofs ist zwar Ausgangspunkt des Stückes, im Mittelpunkt stehen aber die Zweifel einer intelligenten jungen Frau, die mit der Entscheidung ringt, wie politisches Handeln für sie ganz persönlich aussehen kann.