..Switch..

»Switch« ist anders. Denn „Switch" parodiert im Fernsehen das Fernsehen: Ob Daily-Soap, Talkshow, Nachrichten, Werbung oder Erotikmagazin - nichts ist vor „Switch" sicher und alles wird persifliert. »Switch« stellt mit hintergründigem Humor die Besonderheiten von Inhalten, Formaten und Darbietungen aus der gesamten Fernsehlandschaft heraus.

»Switch« zeichnet sich gegenüber anderen Comedy-Sendungen durch eine hohe Gagdichte und ein schnelles Tempo aus. Die einzelnen Sketche werden in der Sendung so aneinandergefügt, als würde man sich mit der Fernbedienung durch die Fernsehkanäle »switchen« (= schnell umschalten). Diese Umschaltvorgänge werden durch ein kurzes »Schneegestöber« auf dem Bildschirm und ein »Umschaltgeräusch« verdeutlicht. Dabei wird jeder Sketch durch einen anderen Sketch unterbrochen, um dann wieder auf ihn zurückzukommen. Dabei wird sogar die vergangene Zeit beachtet, der Sketch setzt auch inhaltlich in Echtzeit einige Minuten später wieder an.

Wer im Fernsehen nur noch eine einzige Sendung sehen wollte, für den war diese richtig. Sie beinhaltete alle anderen, aber besser: Emergency Room, Forsthaus Falkenau, Das aktuelle Sportstudio, Hitlers Helfer, Musikantenstadl, Ulrich Wickert, Peter Kloeppel, Willy Millowitsch, Hans Meiser, Thomas Gottschalk, Hauser und Kienzle, Bärbel Schäfer, Jürgen von der Lippe, Barbara Eligmann, Linda de Mol, Michael Schanze usw. Die Stimmen der Originale traf niemand, auch bei Verkleidungen und Masken übertrieb man es nicht mit der Perfektion, aber dank der Originalkulissen, in die die Komiker hineingestanzt wurden, funktionierten die Parodien auch so.

Das Ensemble bestand aus Michael Müller, Peter Nottmeier, Petra Nadolny, Mona Sharma, Bernhard Hoëcker und Susanne Pätzold, ab der dritten Staffel im September 1999 war Mona Sharma nicht mehr dabei, Michael Kessler und Bettina Lamprecht kamen dazu. Anfang 2000 wurde Susanne Pätzold durch Annette Frier ersetzt. Neben Parodien auf bekannte Sendungen erfand »Switch« neue Sendungen wie »Junge Christen«, »Deutsche Welle Polen« (»In Farbe. Und bunt.«) oder »Fakten, Fakten, Fakten«, eine Mischung aus Kofferpackspiel und Redaktionskonferenz mit Ideensammlung zu einem vorgegebenen Thema, in der Hoëcker immer aus der Reihe tanzte, weil er nie so richtig verstand, worum es eigentlich ging (»Hoëcker, Sie sind raus!«).

»Switch« lief zunächst samstags am Vorabend und wurde dann erst auf Montag, später auf Donnerstag verlegt, jeweils um 22.15 Uhr. Die Reihe brachte es auf 71 Folgen. Sie basierte auf dem australischen Format »Fast Forward«, von dem arte 1993 ein paar Folgen in Originalton gezeigt hatte.